Vor wenigen Tagen, am Sonntag den 20. April, jährte sich der Tag zum achtzigsten Mal, als die siegreichen amerikanischen Militärs in Salach einzogen und die Nazi-Herrschaft auch in Salach beendet war. Ein Anlass für uns als heutige von der Bürgerschaft demokratisch gewählte Gemeinderäte, des Tages zu gedenken, der mit Furcht und Sorge begann, aber eben auch den Wiederbeginn und Aufstieg der Freiheit und Demokratie für Salach brachte.
Der Krieg naht ….
In der Orts-Chronik von Dr. Adolf Eich von 1960, wie auch in der Festschrift zu 700 Jahre Salach von 1975, sind die Ereignisse auf wenigen Seiten festgehalten. Doch auch Zeitzeugenberichte beschreiben die Anspannung jener Stunden und Tage eindrücklich, als man bereits am 19.4. am Hohenstaufen schwarze Rauchwolken aufsteigen sah. Die von Norden anrückenden Truppen blieben zur Nacht bei Maitis. Fliehende deutsche Soldaten kamen durchs Dorf. Es gab in der Nacht heftige Detonationen, insbesondere vom Flugplatz Göppingen. Die meisten Bewohner harrten aus, einige in Kellern, und manche stellten das allernötigste Gepäck zusammen. „Eine lähmende Stille und unerträgliche Spannung“ beschreibt der heute 90-jährige Professor Wilhelm Bühler, der damals als 10-Jähriger in der Wilhelmstraße Zeitzeuge war und heute in Wien lebt, die Nacht.
Die Amerikaner sind da ….
Gegen 5 Uhr hörte man ansteigendes Grollen, wohl von Motoren. „Näher und näher“. Und gegen 6 Uhr war die Spitze der amerikanischen Truppen vom Asrücken kommend an der Schachenmayr-Siedlung. Die Erzählungen berichten von der von Hermann Brommer geschwenkten weißen Fahne und der Versicherung, dass Salach frei sei von deutschen Truppen. Eine Abwägung. Denn was könnte geschehen, wenn SA-Truppen die Gemeinde rückerobern ? Ein langer Zug von Militärs, Panzern, Spähwagen und begleitender Infanterie, schob sich dann durch die heutige Hauptstraße und zog weiter Richtung Göppingen. Kleinere Truppenteile blieben in Salach und es begann die Zeit der Einquartierungen, oft kurzfristig. Es gab einen großen Lagerplatz für die Army, „sogar mit Gefängnisbereich für Disziplinarstrafen innerhalb der US-Truppen“, berichtet Wilhelm Bühler. . Die nachfolgenden Wochen waren hart. Lebensmittelbewirtschaftung und Wasserversorgung funktionierten aber. Das Leben ging weiter. Kinder und Jugendliche fischten in den Wochen danach Orden und Ehrenzeichen wie auch Ausrüstungsgegenstände deutscher Soldaten aus dem Werkskanal beim Schachenmayr und Neuburger. Man war auch in Salach, so ein geflügeltes Wort jener Zeit, ‚noch einmal davon gekommen‘. Adolf Eich schreibt: „Ein gnädiges Schicksal hat unsere Gemeinde an diesem Tag vor Kampfhandlungen, Blutvergießen und Zerstörungen bewahrt“. „Ein Gefühl der Erleichterung“, so unser Zeitzeuge, zog ein.