Peter Hofelich fordert Mentalitätswandel im Filstal: Weckruf statt Achselzucken bei gefährdeter Industrie

Veröffentlicht am 15.07.2023 in Kommunalpolitik

„Wir können uns für die Zukunft des Industriestandortes Filstal künftig keine Gleichgültigkeit, keine Behäbigkeit und keinen Egoismus mehr leisten. Das muss jetzt allen im Landkreis klar werden!“ Dies war der rote Faden, den Peter Hofelich in seinem Vortrag beim ‚Roten Treff‘ der Eislinger SPD spann.  Die Abhängigkeit vom Kfz sei in der Region während der letzten Jahre bei den industriellen Arbeitsplätzen und der Wertschöpfung sogar noch gewachsen. Für das Filstal mit den Zulieferern und Maschinenbauern bringe dies angesichts der Transformation zu neuen Antrieben und der Durchdringung der Fahrzeuge mit digitalen Komponenten noch ein zusätzliches Risiko.

„Wir brauchen deshalb ein ‚Ja‘ zum Wandel mit und nicht ohne die Industrie und insbesondere die Kernbranche Fahrzeugbau. Zuvorderst ist hochstehende Qualifizierung mit Aus- und Weiterbildung gerade im verarbeitenden Gewerbe des Filstals nötig. Wir brauchen aber auch mehr Forschung und Entwicklung in den Betrieben, mehr Aus- und Neugründungen, zeitgemäße öffentliche Infrastruktur und weniger Dominanz von fernen Investoren. Und wir brauchen Mut zum Wandel, indem die ja existierenden positiven Beispiele herausgestellt und wertgeschätzt werden“.

Die klaren Worte des früheren Staatssekretärs im Finanz- und Wirtschaftsministerium fanden in der gut besuchten Versammlung ein lebhaftes Echo. Alle gingen mit Hofelich den Fluss entlang noch einmal die Firmenschließungen und -Verlagerungen der letzten Jahrzehnte durch, von der Geislinger MAG bis zur Ebersbacher Südrad. Immer wieder wurde von Betriebsräten und Gewerkschaften auch auf eine Vorwärtsstrategie hingewiesen und diese eingefordert. Jetzt in der Gesamtheit zeigt sich die Dringlichkeit für ein Umsteuern, wenn der Landkreis seine industrielle Identität bewahren will.

Natürlich kamen auch die Bürgerentscheide gegen neue Gewerbegebiete im Landkreis zur Sprache. Die sich daraus ergebende Konsequenz sei, sich auf die kleineren Flächen im Bestand und auf die Revitalisierung von Brachen zu konzentrieren. „Jenseits des berechtigten Pro und Contras bei den Bürgerentscheiden macht mir aber die mitschwingende Mentalität Sorge. Die Frage an alle ist, ob eine erneuerte Industrie im Landkreis noch ein gemeinschaftliches bürgerschaftliches Anliegen ist. Wenn dem nicht so ist, wäre das fatal für Wohlstand wie für Identität unserer Heimat“, so der Sprecher, der über 20 Jahre in leitender Funktion bei der IBM Deutschland tätig war.

In der sich anschließenden vom Ortsvereinsvorsitzenden Uli Weidmann geleiteten Diskussion wurde an  Versäumnisse der Vergangenheit erinnert, so etwa, dass der Typus des heimischen Eigentümer-Unternehmers gerade bei den größeren Betrieben im Filstal kaum mehr vorkommt. Der Blick ging aber auch nach vorn an dem Abend: Viel Stärke kann sich aus dem heimischen Handwerk weiterentwickeln, worauf Stadtrat Uwe Reick hinwies. Eine weitere Stärkung der beruflichen Schulen ist nötig, denn es gäbe deutlich rückläufige Ausbildungszahlen im verarbeitenden Gewerbe und der massiv kommende Fachkräftemangel müsse auch inländisch angegangen werden. Dafür seien auch die Elternhäuser mitverantwortlich, welche die positiven Seiten der weltweit beneideten dualen Ausbildung erkennen und nicht allein auf akademische Bildung als Aufstieg sehen sollten. Ardian Ponik, Juso-Kreisvorsitzender, freute sich abschließend über die intensive Diskussion und empfahl, dass die SPD die Herausforderungen, wie an diesem Abend geschehen, beim Namen nennt!“

 

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